last update: 17.07.2021 11:28

Da liegt sie nun vor uns...
die Lebensgeschichte des Johannes Friedrich Wilhelm Harun-el-Raschid Hintersatz Bey.

Zumindest das was ich aus den vorliegenden Dokumenten rekonstruieren konnte.
Für den einen mag es zuviel des Guten sein, was auf den vorangegangenen Seiten dargelegt wurde. Ein anderer bedauert vielleicht, daß nicht noch weitere Anekdoten aus dem Leben des "berühmten" Senftenbergers Wilhelm Hintersatz ans Tageslicht kamen. Und daß ich mit dem potentiellen Interesse an seiner Geschichte im Prolog wohl doch nicht so falsch gelegen habe, beweisen die Besucherzahlen der Seite, die nach dem Lancieren der Webpage im Oktober 2020 eine beeindruckende Höhe erreicht hat.
Eine Zahl, mit der ich ehrlich gesagt nicht gerechnet habe und deren Herkunft ich mir immer noch nicht so recht erklären kann. Es mag sein, daß einige Leute bei der Suche nach dem "echten" Harun-al-Raschid, dem märchenhaften Kalifen von Bagdad, hier landeten, doch aufgrund der unterschiedlichen Schreibweise dürfte die Menge eigentlich vernachlässigbar sein.

Ist das nun das letzte Wort zur Senftenberger Familie Hintersatz im Allgemeinen und Harun-el-Raschid Bey im Besonderen?

Ich glaube schon. Es mag sein, daß zukünftig noch das eine oder andere zum Vorschein kommt und ich verspreche: sobald mich davon etwas erreicht, arbeite ich es schnellstmöglich ein. Bis dahin ist das Projekt, welches mich knapp 6 Monate lang intensiv beschäftigte, abgeschlossen.

Ich hoffe, innerhalb meiner Recherchen keine groben Fehler gemacht zu haben, denn nicht alles konnte haarklein durch Dokumente belegt werden und manches basiert zuweilen auf Mutmaßungen. Ich denke jedoch, daß man die Stellen, an denen eine gewisse Unsicherheit besteht auch als solche erkennen kann. Gleichzeitig hoffe ich, daß ich mit meiner Ausarbeitung eine Reihe von Fehlern und Ungenauigkeiten, die bislang in der öffentlichen Darstellung kursierten, widerlegen bzw. klarstellen konnte. In jedem Fall dürfte die nunmehr vorliegende Lebensgeschichte ein weitaus vielschichtigeres Bild auf die Person Harun-el-Raschid Bey und sein Wirken an den verschiedensten Fronten, und damit sind beileibe nicht nur die militärischen gemeint, werfen als dies die vielleicht erste wissenschaftliche Beschäftigung mit ihm damals leistete...

Der obige kurze Aufsatz erschien 1970 in der "Zeitschrift für Geschichtswissenschaft", einem Periodikum der DDR-Geschichtsforschung. Ich bin ganz gewiss kein Historiker und somit kein Kollege des Autors. Und doch könnte ich mir vorstellen, daß dem anerkannten DDR-Historiker Burchard Brentjes, würde er heute noch leben, diese Arbeit nunmehr peinlich wäre.
Dabei sind die falsche Schreibweise des Namens und die österreichische Abstammung nur die offensichtlichsten Fehler. Bei Vorliegen derselben Dokumente wie sie auch mir zur Verfügung standen, sind diese eigentlich unverzeihlich. Oder wurden sie vorsätzlich gemacht?

Möglicherweise ist die kurze Abhandlung sogar der Ursprung diverser Fehler, die später von Folgegenerationen an (Hobby-)historikern immer wieder abgeschrieben wurden.
Daß damit nun ein für alle Male Schluß sein soll, dafür habe ich hoffentlich die Basis gelegt. Ob mir das gelungen ist, wird die Zukunft zeigen.

Leider bleiben trotz der Fülle an nun aufgetauchtem Material eine Reihe von Fragen offen. Dies betrifft bestimmte Zeitabschnitte im Leben Wilhelms und auch in denen seiner nächsten Familienangehörigen. Die Frage, ob er tatsächlich ein echter Muslim war, vermag ich auch heute noch nicht mit Bestimmheit und gutem Gewissen beantworten. Es spricht zumindest einiges dagegen.
Zu gern würde ich auch seinen Radiovortrag aus dem Jahre 1931 einmal hören, um einen Eindruck von seiner Stimme zu erhalten. Dies wird aber wohl ein Wunsch bleiben, da davon auszugehen ist, daß damals nicht alles was für den Äther produziert dann auch noch konserviert wurde. Einen Versuch könnte man dennoch starten!

Mir jedenfalls hat die Beschäftigung mit diesem Thema unheimlich viel Spaß gemacht und auch eine Menge Erfolgserlebnisse beschert. Deshalb möchte ich die damit verbundene Arbeit und Zeit auch nicht missen. Dümmer geworden bin ich dadurch mit Sicherheit nicht.

Und wenn der Leser genauso viel Gefallen am Inhalt und der Darstellungsweise fand und findet, dann habe ich viel erreicht.

Matthias Gleisner
(Dezember 2020)

Als ich vor einem halben Jahr im Dezember 2020 die Arbeiten an dieser Website für so gut wie abgeschlossen erklärte, hielt ich es für ziemlich ausgeschlossen, daß weiteres Material auftauchen könnte, welches die Geschichte vervollkommnen würde. Heilige Einfalt! Das genaue Gegenteil trat ein! In den Wochen und Monaten danach konnten zum Teil mit Hilfe von Personen, die mich aufgrund der bis dahin hier angesammelten Informationen kontaktierten, neue und vor allem: wichtige Informations- und Materialquellen aufgetan werden. Dadurch angespornt beschäftigte ich mich weiterhin und intensivst mit dem Thema. Man kann sagen, daß ich mittlerweile jeden Stein umdrehe, unter dem ich etwas vermute. Und witzigerweise werde ich dabei (Google sei Dank!) auch immer öfter fündig. Was ich dabei zu Tage förderte reicht von trivial bis essentiell. In jedem Fall führte es dazu, daß ich Teile der Website umschreiben, umbauen und erweitern musste.
Die Lehre, die ich aus der Vergangenheit ziehen kann: Ich werde mich hüten, dieses Projekt nochmals für abgeschlossen zu erklären. Zuviel ist in den letzten 6 Monaten passiert. Deshalb ziehe ich in Betracht, daß auch künftig neues Material auftauchen wird, welches auch weiterhin schnellstmöglich eingearbeitet werden wird.

Parallel zu meiner Form der Geschichtsschreibung passierte auch so manches:

Zum Einen erschien im Frühjar diesen Jahres unter dem Titel "Harun-el-Raschid Bey Standartenführer aus Tausendundeiner Nacht" in der Zeitschrift "DMZ Zeitgeschichte" eine Biografie Wilhelms, die größtenteils dasselbe Bildmaterial benutzt, welches auch ich hier verwende. Leider besaß der Verfasser des Artikels, ein gewisser Dr. Walter Post, nicht den Anstand, seine Leser darauf hinzuweisen, woher er den größten Teil seiner Textinformationen bezog. Nämlich aus meinen Recherchen, derer er sich teils wortwörtlich bediente. Insofern bin ich nicht nur wegen des für mich unglücklichen, weil nicht wirklich "bedienten", Titels wenig angetan von dieser Publikation.

Zum Anderen wurde vor einigen Tagen in der deutschen Wikipedia eine Seite über Wilhelm geschalten, die mit den Fehlern der englischsprachigen Version aufräumen möchte. Hier kann man sich ein Bild machen, ob dies gelungen ist. Immerhin verweist die Verfasserin als Quelle mehrfach auf mich und suchte im Vorfeld dieser Veröffentlichung auch den Kontakt zu mir.

Wer sich die Versionsgeschichte und die zugehörige Diskussion um besagten Wikipedia-Eintrag zu Gemüte führt, kann eigentlich nur noch den Kopf schütteln über den Kleinkrieg um die Deutungshoheit der dort von ein paar Leuten geführt wurde und wird, die selbst exakt Null-komma-Null zur eigentlichen Recherche des Themas beigetragen haben.

Von diesen Personen ist also keine Hilfe zu erwarten. Und trotzdem würde ich mir wünschen, wenn sich mir noch ein paar Quellen eröffnen würden. Ich habe dafür teilweise meine Fühler ausgestreckt, doch bislang ohne den erhofften Erfolg. Ich bleibe aber in jedem Fall dran!


Matthias Gleisner
(Juli 2021)

In memoriam

Johannes Robert Hintersatz (* 17.02.1888 - † 11.03.1893)

Friedrich Wilhelm Hintersatz (* 19.01.1855 - † 23.08.1937)

Johanna Louise Hintersatz, geb. Oertel (* 05.09.1857 - † 21.09.1940)

Johannes Robert Wilhelm Harun-el-Raschid Hintersatz Bey (* 26.05.1886 - † 29.03.1963)

Louise Johanna Vogel, geb. Hintersatz (* 13.11.1898 - † 29.05.1976)

Ildar Wilfried Harun-el-Raschid Bey (* 11.03.1936 - † 04.04.1993)

Milly Martha Luise Käthe Harun-el-Raschid Bey, geb. Lindener (* 25.09.1912 - † 06.04.1997)